| Tragischer Unfall im Dorf Sange im Kongo fordert 235 Tote - Zwei Tage Staatstrauer |
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Freitagabend, am 2. Juli, ereignete sich in der Provinz von Süd-Kivu in dem Dorf Sange, das 70 km von der Provinzhauptstadt Bukavu entfernt liegt, eine Feuerkatastrophe, die ungefähr 235 Tote und mehr als 107 Verletzte forderte. Die ersten Beisetzungen haben bereits am Samstag Abend begonnen. Die kongolesische Regierung rief für Montag zwei Tage lang Staatstrauer aus und lässt die Flaggen auf Halbmast hängen. Das Drama erschüttert die DR Kongo direkt nach den Feierlichkeiten zur 50 jährigen Unabhängigkeit.
UN-Soldaten, die in der Nähe stationiert sind, begannen sofort nach dem Unglück mit der Bergung des havarierten Lasters und hatten Mühe, die zum Unglücksort drängenden Dorfbewohner daran zu hindern, das auslaufende Benzin aufzuschöpfen. Genau in diesem Moment ereignete sich die Explosion. Der Tanker explodierte in einem Feuerball von mehreren Metern Durchmesser, was die meisten Opfer forderte und etliche verbrannte. Entgegen früherer Berichte sind dabei jedoch keine Soldaten ums Leben gekommen. Ein aus Tansania kommender Tanklastwagen kippte am Abend mitten im Dorf um, als ein Großteil der Menschen beim Verfolgen des WM-Spiels Ghana-Uruguay war. Der Unglücksfahrer, der selbst verletzt wurde, floh jedoch vom Unglücksort zusammen mit dem Besitzer des LKW. Warum der LKW plötzlich Feuer fing, lässt sich wohl nicht mehr klären. Die entstandene enorme Druckwelle und der Feuerball erreichten auch die Menschen, die sich weiter weg in den Häusern versammelt hatten, um das Spiel zu sehen. Die Holzhütten, die meist nur mit Stroh bedeckt waren, fingen sofort Feuer und schlossen die Menschen ein. Das Feuer konnte sich fast ungehindert ausbreiten. Frauen und Kinder machen einen großen Teil der Verletzten und Toten aus, da sie als erste versuchten, das Benzin aufzuschöpfen. Die UN-Soldaten brachten die am stärksten Verletzten in umliegende Krankenhäuser in verschiedene Städte, wo sie jedoch nicht umfassend genug versorgt werden können. Gerade schwere Verbrennungen erfordern komplizierte und sorgfältige Behandlungsmaßnahmen. Einige starben noch auf dem Weg dorthin. Eine Regierungsdelegation unter Führung des Gesundheitsministers reiste Sonntag zum Unglücksort. Vorher besuchte er Verletzte, die in Krankenhäuser nach Uvira gebracht wurden, um sich über die nötigsten Bedürfnisse zu informieren.
Unglück mit tieferen Wurzeln?Nach der verheerenden Katastrophe ist eine Diskussion über die möglichen Unglücksursachen entstanden. Es gäbe mehrere Varianten: Der Unfall könnte in Folge von Raserei und/oder Trunkenheit entstanden sein. Eine weitere, schwerwiegendere Ursache könnte in der dort herrschenden Armut liegen. Die Bevölkerung verarmt immer stärker und hungert regelrecht aus, weshalb sie keine andere Möglichkeit sehen, als Benzin abzuzapfen und auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen, um wenigstens eine kleine Einnahmequelle zu haben. Meist werden Pipelines angebohrt, wie es z.B. öfters in Nigeria geschieht. Deshalb wäre es möglich, dass der Unfall bewusst provoziert wurde. Dieses Vorgehen führt in Nigeria regelmäßig zu tragischen Todesfällen, wenn sich dann plötzlich das Benzin entzündet. Diese Theorie führt zum dritten möglichen Unglücksgrund: Betrügerischer Grenzhandel. Der Osten des Kongo wird von den Nachbarländern mit Benzin versorgt. Zumeist aus Tansania, Uganda, Burundi und Ruanda. Dieses wird zum Großteil per Tanklaster transportiert. Es wäre möglich, dass der Fahrer einen anderen Umschlagplatz seiner Fracht plante und deshalb diese Route durch ein Dorf fuhr. Der Umstand, dass er auf der Flucht ist, scheint dafür zu sprechen. Auf folgender Webseite findet sich noch ein frz. Video zum Unglücksfall: http://congomikili.com/ (Das Video ist noch am Tag nach dem Unglück veröffentlicht worden. Es ist also das zweite Video von denen, die am 3. Juli gepostet wurden.)
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