lebendiges-kongo.org Aktuelles Sebastian Wenz kehrt zurück aus Kinshasa
Sebastian Wenz kehrt zurück aus Kinshasa PDF Drucken E-Mail

Sebastian Wenz ist nach vier Monaten nach Deutschland zurückgekehrt. Wir heißen ihn herzlich willkommen und bedanken uns für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit. In seinem letzten Bericht schildert er noch einmal seine Erfahrungen und Eindrücke aus Kinshasa:

"Nach einem schweren Abschied bin ich nun wieder gesund und mit einer Menge Erfahrung im Gepäck zurück in Deutschland. Ich brauchte einige Tage, um richtig hier anzukommen. Die Umstellung vom Kongo auf Deutschland fiel mir wesentlich

schwieriger als die von Deutschland in den Kongo. Doch mittlerweile bin ich auch mit dem Kopf wieder ganz in Deutschland, pflege jedoch den Kontakt nach Kinshasa regelmäßig.

 

In den letzten Tagen meines Aufenthaltes war ich noch einmal sehr viel mit Pierrot unterwegs, um Briefe mit unserem Anliegen zu verteilen. Auch einige Patronen wurden uns zur Wiederbefüllung mitgegeben. Mein Programm für die letzte Woche habe ich mit letzter Konsequenz durchgezogen, so dass am Nachmittag meines letzten Arbeitstages sogar noch ein kleinerAusflug an den Kongo-River möglich war.

Wir, (Pierrot und ich) haben bis zu meinem letzten Tag mit über 50 Institutionen Kontakte geknüpft. Weitere Kontaktadressen (in Form von Briefen) habe ich Pierrot gegeben, so dass er sie (nach meiner Zeit) nur noch knüpfen musste.

Die letzten Tage waren aber auch vor allem davon geprägt, dass ich meinen Kollegen rund um unser Büro letzte Instruktionen gab und auf letzte Fragen einging. Von Anfang an habe ich die Kongolesen im Büro selbstständig arbeiten lassen. Die letzten Anweisungen, Ideen, Hinweise und Fragen waren daher nur noch der letzte Feinschliff. Ich selbst habe das Gefühl, dass die Kongolesen, die ich in meinen vier Monaten Aufenthalt geschult und mit denen ich zusammengearbeitet habe, das Büro ohne weiteres erfolgreich weiter führen werden. Die Fortschritte, die sie in den vier Monaten mit mir zusammen gemacht haben, waren enrom. Ich bin mehr als optimistisch.

Von den bisherigen Gesprächen in Kinshasa weiß ich, dass nach wie vor viele Probleme mit dem Internet-Provider bestehen. Das ist sehr schade, weil das Büro in Kinshasa nur sehr selten E-mails von mir empfangen kann und der Kontakt via Internet somit sehr selten ist (momentan leider nur über Telefon möglich). Die Probleme mit dem Strom scheinen gelöst zu sein. Dennoch ist zu bedenken, dass es in Kinshasa gewöhnlich im Schnitt zwei Tage pro Woche keinen Strom gibt!

Sollten die Probleme mit unserem Provider weiter bestehen, werden wir um einen Wechsel des Internetanbieters nicht herum kommen. Denn der Service unseres momentanen Providers lässt leider sehr zu wünschen übrig. So beschäftigt dieser nicht einmal eigene Service-Techniker.

Zu diesem Schritt fehlen dem Verein und dem Büro in Kinshasa jedoch die finanziellen Mittel. Daher bitte ich sie, liebe Leserinnen und Leser, unser Projekt vor Ort mit einer Spende zu unterstützen, damit die Kongolesen vor Ort unter besseren Umständen weiter arbeiten könne als bisher. Dem, was wir alle zusammen in den letzten Monaten erreicht haben, ist viel Respekt zu zollen. Auf die bestehenden Probleme haben wir als Verein oder als Mitarbeiter in unserem Büro in Kinshasa leider keinen Einfluss.

 

 

Wir sagen Danke! 

Mein Respekt und tiefsten Dank gilt allen meinen Mitarbeitern vor Ort, allen voran Mamie und Théo, die mir über die kompletten vier Monate immer zur Seite standen, die sehr lernbegierig und wissenshungrig waren und zu denen ich sehr großes Vertrauen aufgebaut habe.

Ein weiterer Dank gilt Lajo, unserem Informatik-Studenten, der vor allem beim Aufbau geholfen hat und bei Computerproblemen stets mit der richtigen Lösung zur Stelle war. Lajo steht in keinster Weise einem deutschen Informatik-Studenten nach.

Ein ganz besonderer Dank geht an Pierrot, der (leider) erst drei Wochen vor meiner Rückreise als Mitarbeiter zu unserem Verein gestoßen ist. Was wir zusammen in den verbleibenden drei Wochen erreicht haben, kann ich noch immer nicht glauben. Pierrot ist sehr, sehr engagiert, sehr seriös und intelligent. Vor allem aber ist er für mich ein sehr guter Freund!

Zu tiefstem Dank bin ich selbstverständlich meiner Gastfamilie um César, Bela, Gérièl und Persé verpflichtet. Vom ersten Tag an habe ich mich wie zu Hause gefühlt. Wenn ich Abends vom Büro zu meiner Gastfamilie kam, hatte ich stets das Gefühl, nach Hause zu kommen. Danke Bela für das wundervolle Essen, das du uns jeden Abend serviert hast! Ein Blick auf meinen Bauch genügt, um zu zeigen, dass es mir vorzüglich geschmeckt hat!

Danke César für die großartige Hilfe, die du uns trotz deines Berufes bei der Bank entgegengebracht hast! Danke für deine Unterstützung bei der Entwicklung unseres Projektes. Danke für ein immer offenes Ohr und für jeden guten Rat! Du hast mir in einer sehr schwierigen Zeit unheimlich geholfen – das werde ich nie vergessen. Danke für die ausführlichen und interessanten Gespräche über kongolesische Politik, Fussball und über den Rest der Welt!

Danke an Gérièl und Persé, die alleine durch ihre Anwesenheit und Neugierigkeit manch schweren Arbeitstag in Vergessenheit geraten ließen.

Danke an Paulin, der mich Anfangs nicht nur als Fahrer unseres Autos wesentlich unterstützt hat. Danke auch für sehr interessante Gespräche während und nach unserer gemeinsamen Arbeit. Durch diese Gespräche konnte ich mein Französisch merklich verbessern. Ich wünsche dir viel Gück bei der Wahl deiner zukünftigen Frau.

Danke auch an alle anderen Mitbewohner in unserem Haus. Namentlich Carine, Paul und vor allem Jean-Pierre, der mir das „wahre“ kongolesische Leben gezeigt hat. Ich werde unsere Ausflüge niemals vergessen. Du hast mir gezeigt, unter welch desaströsen Umständen viele Menschen im Kongo gezwungen sind zu leben. Diesen Menschen gilt mein allerhöchster Respekt!

Danke auch an Dr. Cingoma, der mich vor allem in seiner Zeit, in der er selbst in Kinshasa war, viel unterstützt hat. Danke auch für manch tollen geselligen und unterhaltsamen Abend, die wir zusammen mit Freunden verbracht haben.

Danke an Jean-Pierre für die Wiederbefüllung unserer Kartusche des Photokopiergerätes, an die beiden Einladungen zu dir und deiner Familie. Danke an deine Frau, die wunderbares afrikanisches Essen zubereitet hat.

Danke Nono, dass du dich noch kurzfristig der Herausforderung einer Schulung in der Wiederbefüllung von Druckerpatronen gestellt hast. Ich hoffe, dass du die Schulung mit Mamie und Théo auch nach meiner Zeit fortsetzt und regelmäßig im Büro arbeitest.

Danke an alle zahlreichen Freunde, die ich in meiner Zeit im Kongo kennengelernt habe! Danke, dass ihr mich so vorbehaltlos in euren Kreis aufgenommen habt.

Danke auch an das Büro von " Lebendiges Kongo" in Leipzig für das „Hochstellen“ meiner Berichte.

Ein besonderer Dank geht auch an meine Eltern, die sich stets um mich gesorgt haben, ständig Auskunft darüber wollten, wie es mir geht und was ich mache – dias ist ein eindeutigses Zeichen für ein gutes Eltern-Sohn-Verhältnis. Ich weiß genau, ihr hättet mich in jeder schwierigen Situation vorbehaltlos unterstützt und mir zur Seite gestanden. Alleine das Wissen darum, gab mir Kraft und Selbstvertrauen für meine Arbeit im Kongo. Und separat: Danke Mama, dass du in meiner schwierigen Zeit immer ein offenes Ohr für mich hattest, dass du für mich da warst, wie wenn du wirklich in Kinshasa gewesen wärst. Danke für viele Telefonate und Emails!

Und „Last but not Least“: Vielen, vielen Dank an Karin Bayerlein und Conny Ruppert von der Druckertankstelle Bayreuth!!

Karin, danke für deine Gutherzigkeit und für die tolle Unterstützung! Vielen Danke auch, dass du mir die Möglichkeit gegeben hast, meinen Aufenthalt zu verlängern. Auch wenn es nur ein Monat war, aber in diesem Monat haben wir gemeinsam sehr viel erreicht! Ich bin dir zu so viel Dank verpflichtet, dass du mir es hoffentlich nachsiehst, dass ich nicht alle Einzelheiten aufzählen kann.

Vielen Dank Conny, für deine Geduld mit mir über Skype, für deine Hilfe, für deine Lösungen von Problemen und dafür, dass du stets erreichbar für mich warst! Danke für alle geduldigen Auskünfte von dir, die mir ein weiteres Arbeiten in Kinshasa sehr erleichtert haben. Ich hoffe für dich, dass du irgendwann einmal nicht darum kommen wirst, selbst nach Kinshasa zu gehen."